Eigene Stärken herauszufinden ist der Kern der „Warmen Dusche“. Diese Methode zur Selbstreflexion stellt liefert dir Antworten auf die Frage: Was kannst du wirklich gut?
Die Meisten kennen sie, die Frage nach den größten Stärken und Schwächen. Was ist es, was dich ausmacht? Wofür stehst du?
Die meisten Menschen zögern bei dieser Frage und wenn wir Fähigkeiten nennen, unterschätzen wir oft genau das Entscheidende. Denn unsere echten Talente nehmen wir selbst am wenigsten wahr. Sie fallen uns so leicht, dass wir sie gar nicht mehr als besondere Kompetenz wahrnehmen. Was für uns Alltag ist, ist für andere bemerkenswert.
Genau hier setzt die Übung an: Sie macht Stärken sichtbar, die du selbst aus dem Blick verloren hast.
Erst mal einen Schritt zurück
Wenn Menschen beruflich feststecken – etwa nach der Elternzeit, einem Schicksalsschlag oder bei wachsender Frustration im Job – ist der erste Impuls meist: Google öffnen, Personalberater suchen und Bewerbungen schreiben.
Das ist verständlich, kommt aber oft zu früh. Bevor du den Weg planst, musst du dein Ziel kennen. Und dieses Ziel hängt eng damit zusammen, wer du eigentlich bist.
In meinem Coaching – ob im Karriereklarheit-Programm oder im Selbstkompetenz-Coaching – bearbeiten wir drei fundamentale Säulen:
- Wer bin ich? Was sind meine Werte? Wie ticke ich? Welche Glaubenssätze bremsen mich?
- Was kann ich? Welche Fähigkeiten bringe ich wirklich mit? Was gibt mir Energie – und was raubt sie?
- Wo will ich hin? Was ist mein Nordstern – mein übergeordnetes Warum?
Die Warme Dusche ist ein kraftvolles Werkzeug für die zweite Säule, berührt aber meistens alle drei Bereiche.
Was genau ist die Warme Dusche?
Die Methode funktioniert deshalb so gut, weil du hier nicht über dich selbst grübelst, sondern andere für dich denken lässt. Du bittest Menschen aus deinem beruflichen Umfeld um ihr ehrliches Feedback.
Das klingt simpel, löst aber bei meinen Klienten regelmäßig große Aha-Momente aus. Oft benennen Außenstehende Talente, die der Betroffene selbst nie auf dem Schirm hatte.
So kannst du deine eigenen Stärken herausfinden
Schritt 1: Die Auswahl
Such dir 5 bis 10 Personen aus deinem beruflichen Netzwerk: Ehemalige Kollegen, Vorgesetzte, Kunden oder Projektpartner. Wichtig ist, dass sie dich im Arbeitsalltag erlebt haben.
Schritt 2: Die Nachricht
Schreib jedem eine persönliche Nachricht. Hier ist ein Entwurf, den du an deinen Stil anpassen kannst:
„Hallo [Name],
ich beschäftige mich gerade intensiv mit meiner beruflichen Situation und meinen Stärken. Ein Coach hat mir empfohlen, Menschen zu fragen, die mich bei der Arbeit erlebt haben – weil wir unsere eigenen Stärken oft nicht sehen, weil sie uns so selbstverständlich erscheinen.
Was kann ich in deinen Augen besonders gut? Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften fallen dir ein, wenn du an unsere Zusammenarbeit denkst?
Ich bin dankbar für jede ehrliche Rückmeldung – auch zwei Sätze helfen mir sehr.
Herzliche Grüße, [Dein Name]“
Die Erfahrung zeigt: Die meisten Menschen antworten sehr gerne und empfinden die Frage als Vertrauensbeweis.
Schritt 3: Auswertung
Lies die Antworten aufmerksam durch. Achte auf Begriffe, die sich wiederholen – das sind deine „blinden Flecken“ im positiven Sinne. Frag dich auch: Welche dieser Stärken geben mir Energie und welche kosten mich eher Kraft? Nicht alles, was man gut kann, möchte man auch jeden Tag tun.
Schritt 4: Einordnung
Wo deckt sich das Feedback mit deinen eigenen Werten? Welche Fähigkeiten hast du bisher unterschätzt?
Was die Warme Dusche Übung nicht ist
Die Warme Dusche ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber keine tiefe Selbstreflexion.
Wer wirklich Klarheit will, braucht ein ehrliches Bild seiner Persönlichkeit und muss sich auch mit den Glaubenssätzen befassen, die ihn unbewusst bremsen. Das ist das Fundament, auf dem ich mit meinen Klienten aufbaue.
Fang heute an
Schreib die erste Nachricht noch heute, nicht erst morgen. Der erste Schritt, um deine eigenen Stärken herauszufinden, ist einfacher als du denkst.
Du wirst überrascht sein, was zurückkommt.
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