Zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland leiden regelmäßig unter mindestens einer körperlichen oder psychischen Beschwerde durch ihre Arbeit: Rückenschmerzen, anhaltende Erschöpfung, Kopfschmerzen. Knapp jede fünfte Person schätzt das eigene Burnout-Risiko als hoch ein. Diese Zahlen beschreiben keinen Ausnahmezustand. Sie beschreiben den Normalzustand in deutschen Büros und Betrieben im Jahr 2025.
Diese Zahlen stammen aus der Studie „Arbeiten 2025″ der Pronova BKK, für die im September und Oktober 2025 repräsentativ 1.230 Arbeitnehmer*innen in Deutschland befragt wurden. Was daran beschäftigt, ist weniger die Zahl selbst. Die eigentliche Frage ist, was Menschen tun, bevor sie an diesen Punkt kommen. Oder präziser: was sie nicht tun.
Das Problem mit dem „Ich schaff das schon“
Die Daten zeigen ein Muster, das sich durch fast alle Branchen und Altersgruppen zieht: Menschen warten. Sie warten darauf, dass es besser wird, dass die nächste Umstrukturierung weniger belastet, dass das Quartal ruhiger wird. Sie halten durch und nennen das Stärke. Dabei ist das Durchhalten oft genau das, was sie in die Erschöpfung treibt, aus der sie alleine nicht mehr herauskommen.
Die Pronova-BKK-Studie zeigt, dass vor allem die ungleiche Verteilung von Arbeitslast heute als belastender empfunden wird als noch vor fünf Jahren. Und unter 30-Jährige spüren zusätzlichen Druck durch permanente Erreichbarkeit. Was früher eine Ausnahme war, ist für viele zur Grundbedingung geworden. Wer lange genug in dieser Grundbedingung lebt, hört irgendwann auf zu merken, dass sie ihn zermürbt.
Burnout wird beobachtet und trotzdem nicht verhindert
Zwei Drittel der Befragten haben laut der Studie bereits Burnout-Fälle in ihrem Umfeld beobachtet oder waren selbst betroffen. Das ist eine außergewöhnlich hohe Zahl. Sie bedeutet: Fast jeder kennt jemanden, dem es passiert ist. Und trotzdem läuft der Film für viele weiter. Mit sich selbst in der Hauptrolle, mit demselben Drehbuch.
Warum? Weil Burnout sich selten ankündigt wie eine Erkältung. Er kommt als Leistungsabfall, als Gereiztheit, als das Gefühl, dass die Arbeit, die früher Sinn gemacht hat, plötzlich hohl klingt. Der Punkt, an dem Menschen Unterstützung suchen, ist selten der Anfang des Problems. Er ist das Ende einer langen Phase des Ignorierens. Viele beschreiben es so: „Ich habe funktioniert, aber ich habe nicht mehr gelebt.“
Erschöpfung und Unterforderung: zwei Seiten derselben Medaille
Was die Studie ebenfalls zeigt und was in der öffentlichen Diskussion zu wenig Raum bekommt: Auch Unterforderung macht krank. Boreout, das Ausbrennen durch Langeweile und fehlende Sinnhaftigkeit, tritt laut Pronova BKK 2025 zunehmend auf, besonders bei jungen Beschäftigten. Das ist das andere Extrem, das am Ende denselben Ort erreicht: ein Arbeitsleben, das sich anfühlt, als würde man jeden Morgen Energie ausgeben, ohne je aufzuladen.
Ob Überlastung oder Leere: In beiden Fällen steckt dahinter oft dieselbe ungelöste Frage: Was will ich eigentlich von meiner Arbeit? Wofür stehe ich morgens auf? Wer diese Frage nicht beantwortet, beantwortet sie trotzdem, durch das, womit er seine Zeit füllt. Und das ist oft keine bewusste Entscheidung, sondern das Ergebnis von Jahren ohne Richtung.
Was Resilienz in diesem Kontext bedeutet
Resilienz wird gerne als persönliche Eigenschaft verkauft, als etwas, das man hat oder entwickelt, um Belastungen wegzustecken. Das greift zu kurz. Resilienz ist kein Schutzschild gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Wer in einem System arbeitet, das strukturell überfordert, wird durch Atemübungen allein nicht gesünder.
Was Resilienz im beruflichen Kontext tatsächlich leisten kann: Sie gibt einem die Klarheit darüber, was man beeinflussen kann und was nicht. Sie hilft, Entscheidungen zu treffen, auch unbequeme. Sie macht den Unterschied zwischen jemandem, der sich von Umständen treiben lässt, und jemandem, der weiß, wo er steht und wohin er will. Das Selbstkompetenz-Coaching setzt genau hier an: bei der Frage, was man verändern will und wie.
Wenn die Erschöpfung zur Entscheidung zwingt
Manchmal braucht es eine Krise, um ehrlich zu werden. Eine Führungskraft aus dem Mittelstand, Mitte vierzig, kam zum Coaching, nachdem sie drei Wochen krankgeschrieben war. Davor hatte sie zehn Jahre lang mehr gearbeitet als gedacht, mehr geliefert als versprochen und weniger gefragt als nötig. Die Krankschreibung war der erste Moment, in dem sie aufgehört hatte zu funktionieren. Und der erste Moment, in dem sie anfing zu verstehen, was sie von ihrem Berufsleben eigentlich wollte.
Sie brauchte keine Motivationsübungen. Sie brauchte Orientierung. Das Coaching half ihr, die Fragen zu sortieren, die sie jahrelang verdrängt hatte: Welche Rolle will ich noch ausfüllen? Welche nicht mehr? Was ist verhandelbar und was kostet mich zu viel? Heute leitet sie ein kleineres Team, mit weniger Prestige auf dem Papier und mehr Energie im Alltag. Das war ihre Entscheidung, getroffen in einem Prozess, den sie selbst gesteuert hat.
Was die Zahlen nicht sagen
Studien wie „Arbeiten 2025″ sind wichtig, weil sie zeigen, dass individuelle Erschöpfung ein kollektives Phänomen ist. Sie machen sichtbar, dass das, was viele als persönliches Versagen erleben, in einem strukturellen Kontext stattfindet. Gleichzeitig kann eine Studie nicht das tun, was ein Coaching kann: auf die eine Person schauen, die gerade vor einer konkreten Weggabelung steht und nicht weiß, welche Richtung die richtige ist.
Wenn du gerade das Gefühl hast, dass du dich mehr schleppst als bewegst, in deiner Arbeit, in deiner Rolle, in deinem Alltag, dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Signal, dem es sich lohnt, nachzugehen. Manchmal reicht ein Gespräch, um zu verstehen, was sich verändert hat und was als nächstes kommen soll. Für Führungskräfte, die mit der eigenen Erschöpfung auch die Frage nach ihrer Führungsrolle neu stellen wollen, gibt es das Führungskräfte-Coaching. Wer merkt, dass die gesamte berufliche Richtung zur Disposition steht, findet im Coaching zur beruflichen Neuorientierung den passenden Rahmen dafür.
Wenn du herausfinden willst, wo du gerade stehst und was dein nächster Schritt sein könnte, dann buche dir ein kostenloses Erstgespräch: 30 Minuten, online, kein Verkaufsgespräch. Hier geht es zur Terminbuchung.
Quelle: Pronova BKK, „Arbeiten 2025. Ergebnisse einer Befragung von Arbeitnehmer*innen“, Oktober 2025. Online-Befragung, n = 1.230 Arbeitnehmer*innen in Deutschland.

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